In den letzten Jahren haben wir einen regelmäßigen Tresen mit einem inhaltlichen Teil angeboten. Hier könnt ihr sehen, worüber wir u.a. diskutiert haben!

kritisierbar2011

Einige der vergangenen Tresen

//2012

23. April 2012, 19 Uhr: Alptraum Wohnungssuche – Ein Diskussionsabend über Räumung, Verdrängung und unbezahlbare Mieten
Es diskutieren: Rainer Kuhn (Als ALGII Empfänger betroffen von Verdrängungsprozessen und Mietsteigerung), Horst Arenz (DIE LINKE Kreuzberg), Christin Dubrow, Sozialarbeiterin bei „Neue Chance Berlin“ Wohnungslosenhilfe in Friedrichshain.

Mietsteigerungen, Gentrifizierung, Verdrängung – ein Dauerthema in Berlin denn seit Jahren spitzt sich die Situation zu. Mittlerweile ist es für Menschen mit Schulden, Bezieher_innen von ALGII, und Lohnabhängigen mit niedrigen Einkommen kaum mehr Möglich eine Wohnung zu finden. Räumungen, Verdrängung und fehlende Obdachlosenunterkünfte sind Alltag in einer Stadt deren Aufwertungsprozess in Sachen Miete und Immobilien noch am Anfang steht, vergleicht man es mit anderen europäischen Hauptstädten. Wir haben Betroffene und Experten eingeladen um mehr über die Situation von Wohnungssuchenden mit niedrigem oder keinem Einkommen und die Schikanen der Wohnungsgesellschaften und Privatvermieter zu erfahren. Auch wollen wir über politische Ansätze und Solidarische Modelle diskutieren die diese Situation verändern könnten – für ein Recht auf Stadt!

30. Januar 2012, 18.30 Uhr: Aller guten Dinge sind drei! – Block Dresden 2012!
Im Februar 2011 haben mehr als 20.000 Menschen zum zweiten Mal in Folge Europas größten Naziaufmarsch durch entschlossene Blockaden verhindert. Dieser Erfolg Zivilen Ungehorsams reiht sich in erfolgreiche Blockadeaktionen in Leipzig, Berlin, Jena und Köln ein. Wir möchten im Rahmen unseres Tresens einen Einblick in die historischen Hintergründe des Aufmarsches in Dresden und die Instrumentalisierung des Ereignisses durch Nazigruppen aus ganz Europa geben. Außerdem wollen wir in einer Diskussion ausloten, wie eine linke Position zum Bürgergedenken im Februar aussehen kann.

//2011
28. November 2011, 18.30 Uhr: Staatsverschuldung und Eurokrise
Immer mehr Länder im Euroraum bekommen Probleme, ihre Staatsverschuldung in gewohnter Weise abzuwickeln. Um Vertrauen bei den Finanzmärkten zu schaffen, werden staatliche Verarmungsprogramme aufgelegt, die ihresgleichen suchen. Zugleich werden von den potenten Ländern noch mehr Schulden gemacht und die Frage ist, wann sich das Misstrauen auch gegen diese Länder richtet. Das führt zu einer nationalistischen Besinnung, die rechte Parteien an die Macht spült und den Euro ernsthaft in Frage stellt. Auf dieser Veranstaltung soll das Thema Staatsverschuldung nochmal erklärt werden, um überhaupt mal einen theoretischen Fuß in die Tür zu kriegen.
Referent_in: aus der Gruppe Junge Linke gegen Kapital und Nation

26. September 2011, 18.30 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Kurt Guttmann
Kurt Gutmann wurde 1927 geboren. Er wurde mit 12 Jahren von seiner jüdischen Mutter mit dem letzten Kindertransport nach Schottland geschickt und entkam dadurch der Ermordung durch die Nazis. Als er alt genug war, meldete er sich zur Arbeit in der Kriegsindustrie und später als Freiwilliger zur Britischen Armee. Nach seiner Entlassung kehrte er zurück, um am Aufbau eines antifaschistischen und demokratischen Deutschlands mitzuwirken.
Kurt Gutmann hat 1990 den Bund der AntifaschistInnen in den neuen Bundesländern mitgegründet. Zudem trat er als Nebenkläger bei dem Prozess gegen den Alt-Nazi Iwan Demjanjuk auf.
Regelmäßig ist er an Schulen um dort SchülerInnen über das Naziregime aufzuklären und den Antifaschismus weiterzutragen.
Denn es bleibt dabei: Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!

22. August 2011, 18.30 Uhr: Wahlwerbespots
Dumpinglöhne würden CDU wählen, heiße Luft die Linke und Finanzhaie die FDP? Deutsche Parteien haben immer wieder großartige Wahlkampagnen, die man nicht immer so ganz ernst nehmen kann. Da die Wahlen kurz bevorstehen, aber der Sommer in vollem Gange ist, wollen wir uns ganz entspannt mit einem kühlen Getränk und was zu essen vom Grill gebührend auf die Wahlen vorbereiten. Dazu zeigen wir die aktuellen Wahlkampfspots der Parteien und einige unvergessene Klassiker, um uns anzuhören was sie so zu sagen haben und wie sie angeblich alles besser machen wollen.

25. Juli 2011, 18.30 Uhr: Migration und EU-Grenzregime
Das Jahr 2011 ist schon jetzt ein Jahr der traurigen Höhepunkte. Allein zwischen März und Juni 2011 starben bei der versuchten Überfahrt von Nordafrika nach Europa so viele Menschen wie nie zuvor. Die Insel Lampedusa und die ‚Auffanglager‘ unter anderem auf libyschem Boden werden zu Symbolen der repressiven EU-Grenzpolitik, die weit über die eigentliche EU-Grenzen hinausgeht . Gleichzeitig häufen sich auf dem Kontinent Stimmen, die eine verstärkte Kontrolle innerhalb des Schengen-Raumes fordern und mit dem Bild der ‚Flüchtlingsschwemme‘ altbekannte Angstszenarien von ‚Überfremdung‘ schüren. Somit dient die Migration auch der rechten Rhetorik in der Innenpolitik und in der ‚Integrationsdebatte‘.
Wir wollen uns einige Diskussionen und politischen Akteure dieser Anti-Migrationspolitik anschauen sowie ihre institutionelle Einbettung verstehen. Außerdem wollen wir in der Diskussion linke Gegenperspektiven ausloten.

27. Juni 2011, 18.30 Uhr: Stadt als Unternehmen – urbaner Raum und ‚creative industries‘
Wenn Städte zu Marken werden und sich ganze Stadtteilbevölkerungen austauschen oder verdrängt werden, sprechen wir von Gentrification. Akteure, Strukturen und Gegenstrategie scheinen jedoch kompliziert verknüpft. Auch was verwerflich an Gentrification ist und was nicht, ist weniger common sense als oft gedacht. Ist die Ablehnung der Stadtteilverschönerung schon Romantisierung der „guten alten Zeit“ im Kiez? Ist Kultur im Kiez schon ein Phänomen des Ganzen und wohin mit ihr? Welche Rolle spiele ich in diesen Prozessen und wird die Verbesserung meiner Lebensqualtiät zum Lebensraub der anderen? Welches sind eigentlich Gegen-Strategien aus einem linksradikalen Blickwinkel?
Wir möchten uns mit euch zusammensetzen, um uns mit einem Vortrag und Filmausschnitten aus Berlin und Hamburg die Frage zu stellen: „Wem gehört die Stadt?“

23. Mai 2011, 18.30 Uhr: Kultur und Politik der Atomenergie in Japan
Das Erdbeben des 11. März und seine Folgen sind eine Katastrophe für Japan. Das Leid eines natürlichen Unglücks wird von den Gefahren des menschgemachten atomaren Unglücks in den Schatten gestellt. Für die Linke ist die Katastrophe von Fukushima aus vielerlei Gründen bedeutsam.
Die in den letzten Wochen in den Medien und Stammtischgesprächen transportierten Bilder einer obrigkeitshörigen und lethargischen japanischen Gesellschaft zeugen von ethnozentrischen und orientalistischen Vorstellungen. Wie gehen die Menschen in Japan wirklich mit der Katastrophe um und welchen Stellenwert nimmt Atomenergie in der japanischen Gesellschaft und Politik ein? Fukushima stellt die sozialen Bewegungen Japans for die Herausforderung, eine neue Position zur Atomenergie zu finden. Warum gibt es bisher kenie breite Anti-Atom-Bewegung in Japan? Und wie siehen die Perspektiven der Kernenergie in Japan aus? Diese Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren.

26. April 2011, 18.30 Uhr: Geschlechter-Dekonstruktion: Männlich! Weiblich!
Sind das nur harmlose, wertfreie Begriffe? Aufgrund der, innerhalb unseres Kulturkreises, kursierenden Rollenklischees wohl eher nicht. Oftmals haben sie die Wirkung eines viel zu engen Korsetts, welches nicht unwesentlich dazu beiträgt, dass die „vollständige“ Emanzipierung des einzelnen Menschen ferne Zukunftsmusik bleibt. Doch einige vertreten die Ansicht, dass nicht nur die soziale sondern auch die biologische Geschlechtszuordnung als Konstruktion entlarvt und in Frage gestellt werden muss, da auch sie den Menschen in seinem Selbstfindungsprozess einschränkt. Ein Vortrag mit anschließender Diskussion soll versuchen den Sinn bzw. Unsinn der Geschlechter-Dekonstruktion zu hinterfragen.

Am 28. März 2011: Deutsch-deutsche Teilung und Wiedervereinigung
Nach der vorherrschenden Meinung könnte man glauben, dass es zwischen der BRD und der DDR keinerlei politischen Beziehungen gab. Beide Staaten standen sich demnach als „erbitterte Systemfeinde“ gegenüber. Jedoch gab es regen Austausch und interne Beziehungen. Wir haben daher Herbert Häber eingeladen. Wir möchten mit ihm und euch eine besondere Perspektive auf Ereignisse wie die Wiedervereinigung und auch die Rolle der USA und der Sowjetunion innerhalb dieser Prozesse diskutieren.
Herbert Häber war u.a. Leiter des Westabteilung bzw. für Internationale Politik und Wirtschaft beim Zentralkomitee (ZK) der SED. Er war 30 Jahre lang in die Ost-West-Politik involviert und hatte regelmäßigen Kontakt zu Politikern der BRD. 1985 wurde ihm auf Drängen der Sowjetunion wegen zu westfreundlicher Haltung der Rücktritt aus dem ZK diktiert.

//2010

Am 22.11.10 INFOABEND Jugendgewalt – Großtstadt, Angst, Instrumentalisierung

Am 25.10.10 INFOABEND Bedingungsloses Grundeinkommen – Alternative zur Arbeitsgesellschaft oder ein Ding der Unmöglichkeit im kapitalistischen Alltag?

Am 27.09.10 INFOABEND+FILM Vegetarismus

Am 28.06.10 INFOABEND+FILM „Soziologie ist ein Kampfsport“

Am 31.05.10 FILM „Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte“

//2009

22.12.09 Vorstellung des Buches “Kommunismus – Kleine Geschichte wie endlich alles anders wird”

24.11.09 INFOABEND
Die aktuelle Finanzkrise ist die größte seit Jahrzehnten. Millarden wurden “verbrannt”, Aktienkurse fielen in den Keller. Was hat das alles zu bedeuten und wie funktioniert das? Das wollen wir in einem kurzen Vortrag klären.

25.05.09 FILM
Sie sind sieben. Links, radikal, anarchistisch. Sie haben eine Vision und wollen die Revolution. Sie wollen alles ohne Männer machen und wohnen in einer Kreuzberger Fabrik, die Ritterhof heißt. Sie sind “Die Ritterinnen”.
Der Film erzählt die Geschichte einer Frauengruppe, die 1987 eine Wohngemeinschaft gründen. Archivmaterial, Bilder vom Straßenkampf in Kreuzberg und von Demonstrationen gegen die IWF-Tagung rekonstruieren die Atmosphäre in Berlin. Ein Gruppen- und Generationsportrait, spannend und humorvoll erzählt.

27.04.09 INFOABEND
Warum DemokratInnen (Neo-)Faschisten vielleicht verfolgen, aber kaum (richtig) kritisieren können.
DemokratInnen und NPD sind neue Konkurrenten um dasselbe, um die Erringung der Macht im bürgerlichen Staat. Der ist fest in den Händen der etablierten demokratischen Parteien, die sich einig sind im deutschen Weg zur Weltmacht. Und da soll er auch bleiben. Deshalb erklären DemokratInnen den NeofaschistInnen die Feindschaft und setzen die Machtmittel, über die sie verfügen, dafür ein, die NPD und andere als Störung der eingerichteten politischen Ordnung eingestufte politische Gruppierungen – so oder so – auszuschalten. Die Gemeinsamkeiten von DemokratInnen und FaschistInnen bleiben vielen verborgen, zu stark verankert ist die These, dass beide gegensätzlicher nicht sein können, man glaubt „ExtremistInnen“ sind sich ähnlich und DemokratInnen sind das gute Gegenstück zum Bösen. Ob dem wirklich so ist, wollen wir anhand eines Vortrages herausfinden und darüber diskutieren.

26.01.09 FILM
Nichts fällt vom Himmel – erst recht nicht der Kapitalismus. Die Dokumentation “Operation Wunderland” beschreibt, wie es der US-Regierung gelang, den Deutschen nach dem 2. Weltkrieg etwas zu verkaufen, was diese damals irgendwie nicht haben wollten: Marktwirtschaft und freien Wettbewerb. Gegen die Vorbehalte breiter Bevölkerungsschichten setzten die Amerikaner die soziale Marktwirtschaft schließlich mit Hilfe einer millionenschweren PR-Kampagne durch, die die deutsche Industrie erheblich mitfinanzierte.